Nach dem Frühstück packte ich meine Sachen und stellte meine Tasche an der Hotelrezeption ab, da ich ja erst um 16.30 h zum Flughafen abgeholt wurde und bis 11.00 h das Zimmer verlassen musste. Anschließend traf ich mich mit Gerhild, Tanja und Andrea an der Haltestelle Sliema Ferry, Es war zum Glück wieder strahlender Sonnenschein, was mich einerseits froh machte, anderseits auch traurig stimmte, da ich in wenigen Stunden schon nach Hause musste. Also habe ich die letzten Stunden besonders genossen. Wir fuhren zuerst nach Valletta, wo wir in die Linie 27 nach Marsaxlokk umstiegen. Es gibt von Sliema auch eine Direktverbindung, diese fährt aber relativ selten und so lange wollten wir nicht warten.

Marsaxlokk hat den größten Fischereihafen der Insel. Im Hafen liegen die typisch maltesischen Fischerboote, genannt Luzzus. Diese Boote haben vorne am Bug das Auge der Osiris. Nach altem überlieferten Glauben der Phönizier sollen diese Augen den Fischern Glück bringen. In Marsaxlokk gibt es übrigens kein Hotel.

Foto LuzzuWir hatten Glück, dass wir an einem Sonntag da waren, denn dann ist dort am Hafen Fischmarkt. Mmmhmmm…., lecker, was da angeboten wurde. Auf dem Markt wurden neben Fisch und Gemüse allerhand Dinge für den alltäglichen Gebrauch verkauft. Er ist weniger auf Touristen ausgerichtet, was ich als angenehm empfand. Da ich noch Geld übrig hatte, habe ich ein Glas maltesischen Honig und eine Flasche Zeppi’s Bajtra Likör, einen Kakteenlikör, von dem ich ein Probeschlückchen angeboten bekam, gekauft.

Allmählich wurden wir hungrig und was lag näher, als in Marsaxlokk frischen Fisch zu essen? Also suchten wir uns ein Restaurant und wurden nicht enttäuscht. Wenn auch nicht so unbedingt appetitlich, aber ich muss es trotzdem erwähnen: hier war ich auf der vermutlich kleinsten Toilette der Welt. Nachdem Tanja von dort grinsend wiederkam, sagte sie etwas von “klein aber fein”. Konnte ich nur bestätigen. Es gab nur eine einzige Toilette und die befand sich wie eine Zelle mitten im Restaurant, hellhörig als Abtrennung zwischen Gästen und Küche. Ich weiß nicht, was hier ein übergewichtiger Mensch gemacht hätte. Jedenfalls konnte ich mich kaum drinnen drehen und wenden. Das Waschbecken war wegen Platzmangel über dem Spülkasten angebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich immer, die holländischen Toiletten seien die kleinsten.

Nun war es an der Zeit, wieder zurück zu fahren. Und hier muss ich mal wieder vom Bus fahren erzählen. Dieser Bus war die Krönung. Ich bin sicher, er war schon lange im Einsatz, als Malta noch zu Großbritannien gehörte (das war bis 1964). In diesem Bus, der von seinem Fahrer offensichtlich liebevoll Queen Mary benannt worden war, gab es nichts, aber auch nichts, was nicht kaputt war. Tanja meinte, dieser Bus würde nur noch vom Dreck zusammengehalten und das war wohl auch so. Nun ja, erst sprang er auch gar nicht an. Aber dann……., ratter ratter…… ging es los. Im Schneckentempo bewegten wir uns vorwärts. Ich glaube, selbst Fußgänger hätten uns noch überholen können und da es einen leichten Hang hinaufging, hatten wir die Befürchtung, gleich wieder rückwärts zu rollen. Und so tuckerten wir bis Valletta. In Valletta konnte ich es mir nicht verkneifen, den Bus noch schnell zu fotografieren. Immerhin war er wunderhübsch mit Malereien verziert, so wie die meisten anderen Busse. Als er weiterfuhr, stellten wir fest, dass Queen Mary jede Menge Öl verloren hatte. Aus der Sicht einer Touristin muss ich sagen, dass es schade ist, wenn demnächst neue Busse eingesetzt werden, denn damit geht eine Attraktion verloren. Für die Malteser selbst ist es aber wahrscheinlich nicht so lustig, täglich mit diesen alten wenig umweltfreundlichen und ungefederten Kisten zu fahren.

Nachdem wir zum Abschied noch mal kurz einen Blick von den Upper Barracca Gardens auf Grand Harbour warfen, fuhren wir weiter nach Sliema, wo wir noch zusammen einen Kaffee tranken. Nun hieß es für Gerhild und mich, Abschied zu nehmen. Die beiden anderen blieben ja noch eine Woche länger. Nachdem wir dann Adressen ausgetauscht hatten, mussten wir auch schon zum Hotel und dort auf unseren Transfer warten. Um es kurz zu fassen, der Rückflug nach Frankfurt mit der Air Berlin war gut, prima Service. Störend war allerdings, dass wir über Frankfurt noch ca. 40 Minuten in einer Warteschleife hingen. In Frankfurt habe ich mich dann noch von Gerhild verabschiedet und machte mich auf, um einen Zug nach Koblenz zu bekommen. Gegen 01.00 Uhr war ich zu Hause und war froh, dass ich für Montag noch einen Urlaubstag eingeplant hatte.

Die Woche ging vorbei wie in Zeitraffer. Und es gab so vieles, was ich nicht gesehen hatte. Zum Beispiel Hagar Qim, Ghar Dalam, die Dingli Cliffs, die blaue Grotte, die drei Städte, Rabat und die Katakomben oder Buskett Gardens. Gerne hätte ich auch das ein oder andere Museum und das Hypogäum besucht, eine Schiffsfahrt gemacht oder wäre einfach mal so auf blauen Dunst losgefahren. Eine Wanderung hätte ich auch noch ins Programm genommen. Tja, da bleibt mir nichts anderes übrig als nächstes Jahr noch mal hinzufahren, aber dann für zwei Wochen. Zwar hatte ich bei meinem ersten Maltaaufenthalt vieles gesehen, aber nach 13 Jahren verblassen die Erinnerungen.

Meine Befürchtung hinsichtlich des alleine Verreisens haben sich zum Glück überhaupt nicht bewahrheitet. Ich habe mich nie belästigt oder unsicher gefühlt. Und da ich den Eindruck hatte, viele Alleinreisende dort zu sehen, denke ich, dass ich auch beim nächsten Urlaub wieder auf nette Menschen treffen würde. Im Übrigen hat das alleine Reisen einen großen Vorteil: dadurch dass ich von allem weg war, also von der gewohnten Umgebung und gewohnten Menschen, habe ich sofort abgeschaltet, was für mich den Erholungswert erhöht hat.

Aber egal, ob mit Freund, Freundin oder alleine, Malta wird mich bestimmt einmal wiedersehen und in diesem Sinne

Sahha!

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