Wer Urlaub auf Malta macht, sollte einen Besuch der Tempel auf keinen Fall versäumen. Nachdem ich mir letztes Jahr Tarxien angesehen hatte, war ich diesmal im Hypogäum, Hagar Qim und Mnjadra.
Das Hypogäum in Paola ist ein unterirdischer Tempel, der sich über drei Etagen erstreckt, die über Treppen bzw. Gänge miteinander verbunden sind. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat man es entdeckt und die Knochen von ca. 6000 bis 7000 Menschen gefunden. Man vermutet daher, dass es sich beim Hypogäum um eine Tempelanlage des Totenkults handelt und datiert die Errichtung auf den Zeitraum zwischen 3200 und 2400 v. Chr. Das Hypogäum steht unter dem Schutz der UNESCO und ist täglich nur einer begrenzten Zahl von Besuchern zugänglich. Ich war froh, dass ich bereits von Deutschland aus Eintrittskarten reserviert hatte, denn der Besuch war sehr beindruckend. Verständlicherweise war fotografieren nicht erlaubt.
An einem anderen Tag habe ich mir die Tempelanlagen von Hagar Qim und Mnjadra angesehen. Beide liegen dicht beieinander im Süden der Insel. Diese beiden Tempel stammen aus der megalithischen Zeit etwa zwischen 3200 und 2500 v. Chr.
Hagar Qim wurde aus weichem Muschelkalkstein erbaut. Somit war es möglich, in die Steinquader runde Öffnungen zu schlagen. Beeindruckend ist auch ein 7 m hoher und ca. 20 Tonnen schwerer Megalith.
Über die Religion und Lebensweise der Menschen, die diese Anlagen errichteten, weiß man nichts und so kann man nur darüber spekulieren.
Nach einigen hundert Metern Fußweg erreicht man die Tempelanlagen von Mnajdra. Diese sind etwas kleiner als die von Hagar Qim, aber dafür etwas besser erhalten, da hier Korallenkalkstein verwendet wurde. Durch die konkave Form der Anlagen vermutet man, dass diese überdacht gewesen sein könnten.
Besonders hat mir der Blick von Mnajdra gefallen, die Anlage befindet sich über dem Meer und man hat eine sehr schöne Sicht auf die kleine unbewohnte Insel Filfla.
Und nun noch etwas ganz Mysteriöses, das mit den Tempeln nichts zu tun hat…
In der Nähe von Buskett Gardens, einem winzig kleinen Wäldchen mit dem von den Johannitern errichteten Verdala Palace, kann man Rätselhaftes entdecken: die Cart Ruts. Man findet sie überall auf Malta, aber hier sind sie besonders ausgeprägt. Man nennt diesen Ort auch Clapham Junction, in Anlehnung an einen großen Verkehrsknotenpunkt in England.
Man sieht ein großes Steinplateau, welches von seltsamen Rillenspuren durchfurcht ist und nicht genau datiert werden kann. Archäologen rätseln heute noch, ob die Spuren, die übrigens immer die gleiche Breite haben, mit einer Karre befahren wurden oder Teil einer Bewässerungsanlage gewesen sein könnten.
Ähnliche Artikel: