Am Morgen bin ich erst mal zum Reiseleiter gegangen, damit dieser sich die Daten für meinen Rückflug notieren konnte. An einem von ihm feilgebotenen organisierten Ausflug war ich sowieso nicht interessiert. Also habe ich mich dort nicht lange aufgehalten und bin in Sliema zum Felsstrand marschiert, um mich dort erst mal von der Sonne verwöhnen zu lassen. Nach ca. einer Stunde überlegte ich, ob ich mit meinem Schnupfen und Husten schwimmen gehen sollte oder nicht. In Sliema gelangt man vom Felsstrand über Leitern ins Wasser. Der Felsstrand ist nicht so einladend, dass man dort einen ganzen Tag verbringen würde, aber um ein kurzes Bad zu nehmen, bevor man sich etwas auf der Insel anschaut, ist es ideal. Ich sollte aber gar nicht zum Schwimmen kommen, denn plötzlich fragte mich ein älterer maltesischer Herr, ob ich ihm die Uhrzeit sagen könne. Das tat ich auch und sofort entwickelte sich ein Gespräch, bei dem ich gleich feststellen konnte, dass meine Englischkenntnisse nicht völlig eingerostet waren. Er fragte, ob er sich zu mir setzen könne und erzählte von seinem Beruf, der wohl mit der Arbeit bei einem hiesigen Sozial- oder Wohnungsamt vergleichbar sein muss. Und während er so über die Drogenpolitik Maltas und die maltesische Jugend, die in der Schule nicht mehr richtig lesen und schreiben lernen würde, plauderte, stellte ich fest, dass er mittlerweile gefährlich nah an mein Handtuch gerückt war bzw. schon fast drauf saß. Mir war es sicherer, mich von ihm zu verabschieden, zumal ich sowieso noch nach Valletta fahren wollte. Als ich ging, hat er mir noch einen schönen Tag gewünscht und es war kein Problem für mich zu gehen. Keine Ahnung, vielleicht war ihm nur langweilig. In jedem Fall kann ich aber sagen, dass die Malteser sonst ein sehr freundliches Volk sind und nicht aufdringlich, auch die Verkäufer nicht. Ich habe mich auf der Insel auch nie unsicher gefühlt. [...]
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